Gebührenfreie Kindertageseinrichtungen bis 2010 Frühkindliche Bildung statt Vorschule und Kindergartenpflichtjahr Stuttgart – Bis 2010 soll in Baden-Württemberg der Besuch einer Kindertageseinrichtung kostenlos sein, forderte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Freitag (11.1.) in Stuttgart.
„Bundespräsident Rau hat gestern beim Abschlusskongress des Forums Bildung die Richtung vorgegeben. Lebenslanges Lernen kann nur gelingen, wenn wir die frühkindliche Bildung ernst nehmen und Kindertageseinrichtungen in
Baden-Württemberg qualitativ und quantitativ ausbauen“, sagte der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem. Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Forum Bildung“ hat nach zweijähriger Arbeit unter anderem gefordert, dass
Kindertageseinrichtungen gebührenfrei sein und Kinder in den Einrichtungen spielend lernend und so besser auf die Schule vorbereitet werden sollten. Bundesweit würde die Abschaffung der Elternbeiträge etwa 6,5
Milliarden Mark jährlich kosten. Die GEW kritisierte die in Baden-Württemberg geführte Debatte über die Einführung einer Vorschule und eines Kindergartenpflichtjahrs als „inhaltsleer und erschreckend
uninformiert über moderne Kleinkindpädagogik“, so Dahlem. „Die Diskussion ist völlig veraltet. Seit 1990 ist durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz jede Kindertageseinrichtung zur Umsetzung des Bildungsauftrags
verpflichtet. Trotz großer Anstrengungen der Beschäftigten kann diese gesetzliche Vorgabe nur ungenügend verwirklicht werden, weil sich Land und Kommunen weigern, die Rahmenbedingungen zu verbessern. In Gruppen mit 28
Kindern können diese kaum experimentieren, forschen und soziale Kompetenzen lernen“, sagte Dahlem. Die GEW forderte die Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände auf, den finanziellen
Lastenausgleich neu zu regeln und bis spätestens 2010 für jedes Kind zwischen 3 und 6 Jahren in Baden-Württemberg den gebührenfreien Kindergarten zu garantieren. „Andere Länder machen dem vergleichsweise reichen
Baden-Württemberg seit langem vor, wie die frühe Förderung verbessert werden kann, alle Kinder kostenlos eine Einrichtung besuchen können und so mehr Chancengleichheit garantiert wird“, sagte Dahlem. |