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20041226

Lehrermangel an Hauptschulen steht bevor

Stuttgart – „Es darf nicht sein, dass Kinder in ländlichen Regionen erheblich schlechtere Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss haben als ihre Gleichaltrigen in den Großstädten Baden-Württembergs. Die hohen regionalen Schwankungen lassen sich nicht alleine mit den unterschiedlichen Wünschen von Eltern erklären, sondern hängen entscheidend vom Schulangebot ab“, sagte am Mittwoch (22.12.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

Die GEW schlägt auch angesichts der sinkenden Schülerzahlen vor, endlich die Diskussion über die Zukunft des dreigliedrigen Schulsystems zu eröffnen. „Unsere Schulen trennen nicht nur die Kinder viel zu früh, sondern sind bei zurückgehenden Schülerzahlen für ein Flächenland auf Dauer viel zu teuer. Ziel der Bildungspolitik muss es sein, ein wohnortnahes Schulangebot zu erhalten und dafür auch ideologische Hürden zu überwinden“, sagte Dahlem.

Das Lob von Kultusministerin Annette Schavan für die Hauptschulen nennt die Bildungsgewerkschaft „scheinheilig“. Die GEW weist darauf hin, dass es trotz der überfüllten Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg in den Hauptschulen in wenigen Jahren zu einem Lehrermangel kommen werde. „Die Übertrittszahlen zeigen, dass die Hauptschule auch im Südwesten an Akzeptanz verliert. Wer die Hauptschulen stärken will, muss schnell den Beruf attraktiver gestalten und die Lehrerbildung reformieren“, so Dahlem.

Derzeit entscheiden sich etwa neun Prozent der Studierenden für die Hauptschule. Mindestens zwanzig Prozent wären notwendig, um die freiwerdenden Stellen in den nächsten Jahren besetzen zu können.

 

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